15 September 2008

Rebellen erklären "Ölkrieg"

Port Harcourt (ag; hd). Sie meinen es offenbar ernst: Einen Tag, nachdem die wichtigste Rebellengruppe in Nigerias ölreichem Niger-Delta einen „Ölkrieg“ ausgerufen hatte, erfolgte am Montag der bisher massivste einer Serie von Angriffen: Die Kämpfer der Mend (Movement for the Emancipation of the Niger Delta) attackierten eine Förderanlage des Royal Dutch Shell-Konzerns. Dabei wollen die Rebellen mehrere Ölarbeiter getötet haben, „die unsere Warnung nicht beherzigt haben“. Die Gruppe hatte am Samstag alle Ölfirmen aufgefordert, ihre Beschäftigten binnen 24 Stunden abzuziehen, da ein „Hurrikan“ losbrechen werde. Gemeint war die jüngste Gewaltwelle.

Shell hat in einer ersten Reaktion auf den Angriff vom Montag die betroffene Anlage komplett geräumt und die rund hundert Arbeiter in Sicherheit gebracht. Man schätze die Situation offenbar anders ein als bei der Armee, die verkündet hatte, sie habe „die Lage unter Kontrolle“. Die Gefechte der vergangenen Tage, bei denen die Armee zu Wasser, zu Lande und aus der Luft gegen die Rebellen vorging, legen das nicht nahe.

Angriffe auf Förderanlagen und Entführungen von Ölarbeitern sind im Niger-Delta seit Jahren nichts Ungewöhnliches. In den vergangenen Wochen ist die Aktivität der Rebellen aber massiver geworden. Beide Seiten scheinen eine Entscheidung zu suchen, laut Sicherheitskreisen in Nigeria seien die jüngsten Aktionen des Militärs nur der Auftakt für eine mehrwöchige Offensive. Wobei für die Armee die weitläufigen Gebiete, in denen sich die Rebellen wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser bewegen können, kaum unter Kontrolle zu bekommen sind. Wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat.

Kaum Wirtschaft jenseits des Öls

Auch Trainings durch britische und US-amerikanische Ausbildner konnten bisher das Blatt nicht zugunsten der Armee wenden. Ein Grund ist auch die – bis auf die Ölanlagen – schwache Infrastruktur in dem Gebiet.

Das Niger-Delta ist zwar die Melkkuh des Staatshaushalts: Mehr als 85 Prozent der Staatseinnahmen und fast die gesamten Exporterlöse kommen aus dem Ölgeschäft. Zurück an die Bewohner des vernachlässigten Gebiets fließt so gut wie nichts. Um das zu ändern, haben die Mend und andere Rebellengruppen die Waffen erhoben. Durch ihre Attacken gegen die Ölanlagen sank die Gesamtfördermenge zeitweise um ein Viertel.

Gerade bei den Entführungen ist aber die Grenze zur gewöhnlichen Kriminalität fließend. Und als der 2007 ins Amt gekommene neue Staatschef Umaru Yar'Adua vor einer Woche ein eigenes Ministerium für das Gebiet schuf, passte das den Rebellen auch nicht: Dieses sei nur ein Einfallstor für Korruption. Auch wenn Korruption tatsächlich ein enormes Problem in dem Ölstaat darstellt, ließ diese Äußerung doch Zweifel an den hehren Motiven der Mend aufkommen.

Quelle: diepresse.com

13 September 2008

Bilder

Ich habe mir soeben etwas Zeit genommen, um einige wenige Bilder hochzuladen. Das Album findet ihr unter "links". Jetzt wirds aber Zeit, dass ich zur Party komm... hab durst :)

Survival Training

Inzwischen habe ich mich gut auf Bonny Island eingelebt. Das Wetter ist mit 25 Grad am Tag und in der Nacht einfach phantastisch. Inzwischen habe ich fast das ganze Team hier im Buero kennen gelernt und verstehe mich auch mit allen ganz gut. Gestern Abend hat der Vermesser bei uns an der „Berger Pilsbar“ Geburtstag gefeiert. Es gab lecker Gulaschsuppe und scheinbar gabs auch alkoholreiche Getränke. Gestern Mittag hatten schon alle Angst, dass es wieder eskaliert und heute keiner Arbeiten kann. Aber es hielt sich tatsaechlich in Grenzen – Unglaublich. Vermutlich aber weil es heute Abend schon wieder weiter geht mit Party. An der Bar wird es heute abend Livemusik, Bonny Icetea und viel Spaß geben, wurde mir versichert. Inzwischen kann ich auch verstehen warum viele sagen, dass sie nicht hier seien um zu arbeiten, sondern um zu ueberleben. Survival Training... jeden Tag.
Gerade eben war einer hier bei mir im Buero und hat mich zum Fruehstueck am Sonntag morgen um 0900hrs (!) eingeladen...da kann ich dann ja wohl direkt hingehn :)
Ich haette euch gerne viele Bilder gezeigt, aber ich darf hier fast nirgends Fotografieren. Die Anlage ist tabu, Militaer und MoPol darf man auch nicht knipsen und entlang der Straße zwischen Camp und Office waere es scheinbar auch keine gute Idee. Ich werden demnaechst mal Bilder vom Camp machen und mal schaun ob ich irgendwo noch Bilder von der Umbegung bekomme.

03 September 2008

Bonny Island

Nach dem Abflug vom Caverton Airport (Lagos) bin ich ca. 2 Stunden spaeter hier in Bonny Island gelandet. Empfangen wurden wir von zwei besetzten Feuerwehrautos und einigen Leuten von der MoPol (Mobile Polizei) und des Militaers mit der AK im Anschlag. Wir wurden wieder in einen Bus geschickt und bevor es losging in Richtung des Camps, stiegen noch 3 mit Maschinengewehren bewaffnete Polizisten zu. Alltag. Auf der Fahrt ins Camp sah man an Kreuzungen und am Strassenrand immer wieder Militaer und MoPol. Im JV (Joint Venture) Camp angekommen, habe ich nur kurz meine Koffer in mein sehr grosses Haus, welches direkt neben der Bar liegt (..das kann kein Zufall sein..), gebracht. Anschliessend gings gleich weiter ins Buero, das direkt am Bonny River und in der Naehe der Anlage aufgebaut ist. Ich wurde etwas herumgefuehrt und mir wurden die Baustellen gezeigt. Abends konnte ich dann im JBN (Julius Berger Nigeria) Supermarkt noch etwas einkaufen, bevor wir auf meine Ankunft angestossen haben. Zu trinken gabs lecker Bonny Icetea. Das ist ein Glas voll mit Wodka und ein Schluck Redbull. Sehr gut geniessbar, da man keinen Redbull schmeckt :D
Davon haben wir vielleicht einen oder hoechstens zwei getrunken. War ein lustiger abend und ein guter Einstieg. Leider kann ich im moment noch nicht viel arbeiten, weil ich erst noch Sicherheitskurse des Anlagenbetreibers durchlaufen muss, ehe ich einen Ausweis fuer die Baustellen bekomme. Ich hoffe, dass ich das alles bis naechste Woche habe. Mit Internetanschluss im Haus siehts leider schlecht aus, da vor einigen Wochen schoen der Blitz eingeschlagen hatte, und alle "Internet devices", wie auch immer die Aussahen, vernichtet hat. Es kann also noch etwas dauern, bis ich nen Internetzugang in der Bude habe. Leider laufen die Uhren hier etwas langsamer oder wie mein Kollege hier sagt: "Die haben das Arbeiten nicht erfunden".

02 September 2008

Angekommen in Lagos

Ich bin gestern abend gegen 17oo Ortszeit hier in Lagos, Nigeria, gelandet. Der Flug war ganz okay, nur hatte ich mal wieder ein riesen Glück und durfte neben einem alleinreisenden, siebenjährigen Jungen sitzen, der mich nicht schlafen lies :-)
Ich habe bei der Ankunft noch 3 andere Praktikanten kennengelernt, mit denen ich in ein Julius Berger Camp in Lagos gebracht wurde. Die abenteuerliche Fahrt dorthin geschah in einem gepanzerten Bus. Im Camp angekommen habe ich mir erstmal ne Goulasch-Soup und ein einheimisches "Star" Bier gegönnt. Und danach nochmal eins. Geschlafen habe ich schlecht, da die Klimaanlage leider ziemlich laut war. Heute morgen um 0600 gings weiter zum Regionalflughafen , wo ich gerade auf den Abflug nach Bonny Island warte. Ich fliege mit der Cessna, die ihr hier auf dem Bild sehen könnt. Bin sehr gespannt was mich in Bonny Island erwartet.