Nein, entgegen vieler Vermutungen bin ich (noch) nicht entführt worden. Ich hatte in den letzten Tagen nur viel zu tun und viel Alkohol im Blut.
Das leben hier ist eigentlich ganz schön, nur leider habe ich recht wenig Freizeit. Ich gehe morgens um 0640 Uhr aus dem Haus und komme erst abends gegen 1820 Uhr wieder heim. Arbeitstage sind Montag bis Samstag und so eine 60 Stundenwoche ist ziemlich hart, wenn man daran gewohnt ist, das Studentendasein auszuleben. Somit bleibt also nur der Sonntag zum ausruhen. Und davon geht auch die erste Hälfte des Tages drauf, bis der Kater einigermaßen bekämpft ist.
Letzten Samstag war Payday. Das bedeutet, dass unsere Arbeiter um 1000 Uhr feierabend machen, um ihr (verdientes) Geld von der Bank abzuholen. Daher gings im Büro auch sehr gemütlich zu. So haben wir gegen 1400 Uhr angefangen Bier zu trinken, Witze zu reissen und im währenden noch den Bundesliga Live-Ticker zu beobachten. Just in time haben wir den Kühlschrank leer bekommen, sodass wir uns unseren Feierabend auch verdient hatten. Wir waren dann Pünktlich zur Sportschau bei uns im Clubhouse im Camp.
Diesen Montag, Dienstag und auch heute (Mittwoch) sind hier gesetzliche Feiertage. Das heisst, dass wir eigentlich frei hätten, wenn nicht gerade jetzt ein Julius Berger Filmteam hier auf Bonny wäre, die einen Promotionfilm für die Firma drehen. Das heisst, dass auf den Baustellen bisschen was laufen musste. Was sich allerdings als etwas schwierig herausstellte, da die meisten Arbeiter, bedingt durch das verlängerte Wochenende, weggefahren sind. Das Problem dabei war auch noch, dass durch unglückliche Zufälle nur noch ein Polier auf der Insel ist. Der hat sich aber glücklicherweise bereiterklärt, nach den Baustellen zu schauen. Letztendlich stellte sich gestern und heute aber heraus, dass die überhaupt nichts von den Baustellen gefilmt haben, sondern nur das Office, das Camp, den Golfplatz und unsere nette Bar.
Da wir alle nicht wirklich wussten, was wir mit den vielen freien Tagen anstellen sollen, hatte der Wies’n Elektriker aus Bayern ab Samstag abend zum 4 Tages-Marathon-Grillen eingeladen. Heute sind wir auf der Zielgeraden des Marathons. Da wir morgen alle wieder arbeiten müssen, haben wir beschlossen, uns heute schon um 1400 Uhr zu einem luntee (lunch + tee) zu treffen. Eigentlich ist aber allen klar, dass das nur ein Vorwand ist, um länger trinken zu können.
Ich werde versuchen, euch in Zukunft häufiger mit Informationen zu versorgen. Aber jetzt muss ich dringend los, da ich heute für das Grillfeuer „in charge“ bin.